ali tabea und die 40 räuber

December 6, 2007 by riverlove

Gibt es dafür poetische Wörte?

Mit vierzig Männer

eine Dusche mit WC-Loch

zwanzig Decken und sechs Matrazen

zigtausend Moskitos zu teilen.

Und dies dort wo sterne die elektrizität vertreten

Brüder sind sie mir, wie wir endlos quatschen und gigglen und sie einander auskitzeln

Zu Helden werden sie,wie sie mit Turban und Sonnenbrille den Wind mit Würde bekämpfen, in jeder Panne Spass bewahren und den Frauen Zartheit schenken

Doch wenn Nacht fällt, dann verwandelt sich die Heldenbrust

aus Angst vor den Teufeln schmeigen sie sich aneinander

von den zwanzig Decken und sechs Matrazen bleibt so auch für mich genug

Durchtränkt mit Staub, Durchschüttelt vom Landcruiser

Nach ein-wöchiger Fleisch und Milchdiät

Jubele ich bei der Rückkehr nach Kiffa

Das Buschtelefon geht rumInnert kürze rufen mich alle an

Es wird sichergestellt dass ich nicht allein bin

Habe ich auch genug zu Essen

Es wird schnell organisiert dass ich nicht alleine schlafen mussIch weine – so lieb sind sie die Mauretanier

Vor Monaten hätte ich geweint weil ich mich eingeschlossen füllte

Heute weine ich – weil sie etwas haben was ich nicht habe

Sie brauchen keinen Gartenhag

Es gibt für sie immer einen Freund

Immer ein Gesprächspartner

Immer eine FamilieImmer einen wärmenden Körper

Immer ein Essen geteilt

Überall

Hinter jeder Düne, in jedem Dorf

Keine Gartenhage(Leider auch nicht im Bad..)

Dreams

November 12, 2007 by riverlove

A wide open sky Large enough to hold dreamsEeny meeny maany mooWhich one will the shooting star choose for me? 

Africa’s darkness

November 12, 2007 by riverlove

Tonight my thoughts scream Every pore of my skin threatens to explode Again no electricitySince daysMy dear Penda has fled the houseThe situation of my fridge’s content tell me thatThe months ration of food I sweated to get out here to nowhereWill not last longPrincess days are overThe fucking fatalism she excuses & explains all thisAnd forgets that she has fled from paying the billHow ever was my soul bewitched to hope to stay hereIn the darkness of Africa

Respect has many sides

November 12, 2007 by riverlove

His wife he introduces as madame. When he speaks to her he names her mama of their eldest child.To show her respect.To acknowledge she is no longer the young girl he first met.To recognize how her value has increased.Still I cannot help but give her respect only with her own name – Innocence.

Ferien Freiheit

November 12, 2007 by riverlove

Penda, meine liebe Schwester, morgen früh reise ich zurück zu ihr. Bald wird die Frischheit des Meeres, der Früchte und der breiten Strassen mit Staub, Lebenskunst und Menschenwärme ersetzt. Das Prinzessinenleben in der Hauptstadt tausche ich nach zwei Wochen gerne wieder für das enge warmherzige Familienleben in Kiffa. Penda’s Ehemann – der seit über zwei Wochen auch auf Reise ist – fehlt die Nestwärme offenbar noch nicht. Jeden Tag telefoniere ich mit ihr – er hat sich wiederum noch nicht gemeldet. Wo versteckt er.

Die anonyme Ehefrau

November 12, 2007 by riverlove

Ich muss gehen, Madame erwartet mich.Darf ich vorstellen…dies ist Madame.Die Mutter meines Sohnes bereitet das Essen zu.Mein Sohn kommt heute ins Büro mit seiner Mutter.

Doppelleben

November 12, 2007 by riverlove

Diese Woche kostet das Leben – Zucker, Mehl, Reis, Fisch – genau doppelt wie gestern noch. Il faut calculer.

Sportidol

November 12, 2007 by riverlove

Drehe meine abendliche Schwitzrunde ums Nouakchott-City-SportstadionSlalom um die spazierenden SchleierIch renne einer strammen Reihe Männer entgegenSie verneigen sichDer Muezzin ruft, es ist GebetszeitAnbetung im Sportfeld

A victim reacts

November 12, 2007 by riverlove

Is Africa a victim of the West?Everyone of my collegues would nod passionately But how then to expect your children, your communities, your poorTo fight and be responsible?To be a victim is to sit back and feel powerless Now they passionately disagreeTo be a victim will make them stand and fight

En edle Böög

November 12, 2007 by riverlove

En Ehr ischs gsi. Es Feschtmahl. Volli Bäuche, die Schüsslene ebefalls no emmer. Ganz Aarau wär satt worde. Iladig bem Gouverneur. Fernseh hett alles übertönt. Weder ässe no lärm hett mech chöne vo sine abendfüllende Nasebohrfeldzüg ablänke.