Archive for the ‘outside’ Category

hochzeitstraum der alten jungfer

February 17, 2008
Alle sind müde und krank.
Grund dafür sind Hochzeitssorgen.
Wir alle, das ganze Dorf, fiebert mit dem Brautpaar mit.
Die Braut steht wenige Stunden vor ihrem Hochzeitstraum.
Diese Hochzeit grenzt an ein Wunder, denn eigentlich ist sie mit ihren 38 Jahren bereits alt.
Zudem ist sie hässlich in den Augen des Dorfes.
Vier Augen sind jedoch blind für ihr unvorteilhaftes Aussehen.
Der Zukünftige hat bereits ein schockierend hoches Vermögen für die Hochzeit ausgegeben, die sieben Schafe stehen bereit, das Brautgeld ist überreicht, die Gäste sind bereits von weitem angereist –tagelange schwierige Reisen auch aus dem Ausland hinter sich.
Aber auch der Vater der Braut scheint blind zu sein.
Ist er blind vor Liebe?
Ist er blind vor Stolz?
Ist er blind vor Faulheit?
Jedenfalls ist das Hochzeit abgesagt.
Stunden vor dem Festbeginn ruft er aus der Hauptstadt an und zieht seine Zustimmung zurück.
Er stellt seine Bedingungen  –  die Hochzeit soll in der Hauptstadt und am Datum seiner Wahl stattfinden.
Der Hochzeitstraum ist geplatzt  –  das ganze Dorf weint solidarisch mit.

ali tabea und die 40 räuber

December 6, 2007

Gibt es dafür poetische Wörte?

Mit vierzig Männer

eine Dusche mit WC-Loch

zwanzig Decken und sechs Matrazen

zigtausend Moskitos zu teilen.

Und dies dort wo sterne die elektrizität vertreten

Brüder sind sie mir, wie wir endlos quatschen und gigglen und sie einander auskitzeln

Zu Helden werden sie,wie sie mit Turban und Sonnenbrille den Wind mit Würde bekämpfen, in jeder Panne Spass bewahren und den Frauen Zartheit schenken

Doch wenn Nacht fällt, dann verwandelt sich die Heldenbrust

aus Angst vor den Teufeln schmeigen sie sich aneinander

von den zwanzig Decken und sechs Matrazen bleibt so auch für mich genug

Durchtränkt mit Staub, Durchschüttelt vom Landcruiser

Nach ein-wöchiger Fleisch und Milchdiät

Jubele ich bei der Rückkehr nach Kiffa

Das Buschtelefon geht rumInnert kürze rufen mich alle an

Es wird sichergestellt dass ich nicht allein bin

Habe ich auch genug zu Essen

Es wird schnell organisiert dass ich nicht alleine schlafen mussIch weine – so lieb sind sie die Mauretanier

Vor Monaten hätte ich geweint weil ich mich eingeschlossen füllte

Heute weine ich – weil sie etwas haben was ich nicht habe

Sie brauchen keinen Gartenhag

Es gibt für sie immer einen Freund

Immer ein Gesprächspartner

Immer eine FamilieImmer einen wärmenden Körper

Immer ein Essen geteilt

Überall

Hinter jeder Düne, in jedem Dorf

Keine Gartenhage(Leider auch nicht im Bad..)

October 24, 2007

meine neue family

October 8, 2007

heute erzähl ich nur von penda. penda ist eine liebe seele. ihr wahrer name ist sophie. dieser name passt wohl eher zu ihrem zarten innenleben – als sie mich weinen sieht, fliessen ihre augen auch gleich über. jeden abend liegen wir auf der matraze vor ihrem lädeli und quatschen mit allen spazierenden..die sternen sind dicht. dort diskutieren wir über die liebe oder ich versuche ihr meine ideen für ihr lädeli anzudrehen. lieber seufzt penda über ihre schmetterlinge. ihre ehe ist ganz frisch. penda ist die zweite ehefrau. dieser frau  möchte sie zwar nie begegnen, aber zumindest ist sie nicht die ungenügende erste. dieses gefühl kennt penda bereits gut, vom ersten mann liess sie sich scheiden als er eine zweite in den haushalt bringen wollte. ach, ja und sonst zerbricht sie sich den kopf wie sie mir den african appetite beibringen kann.

Dessert des Abschiedes

October 8, 2007

Was erleichtert ein „Aufwiedersehen“ oder „Adieu“?

Ein teuer zubereitetes Schaf?

Oder der sorgfältig gesüsste Tee?

Die vielen poetischen Abschiedsredner?

Den Abschied begann ich zu verdauen beim Ritual des Entschuldigens.

Man vergibt einander alle, auch unbewussten, zugefügten Verletzungen.

(Abschiedsfeier für Angestellte bei der Arbeit)

Quartierlädeli Africaine

October 8, 2007

Es bleibt mir ein Rätsel

Jeder Laden verkauft Milch, Wasser, Batterien, Brot

Jeder die gleiche Milch, Wasser, Batterien, Brot

Was gibt es in deinem Laden, wieso die Leute zu Dir kommen bei Dir kaufen?

Die Frage einer Ausserirdischen

Wir verkaufen alle das Gleiche

Ich kann bei jedem einkaufen, jeder kann bei mir einkaufen

Niemand schliesse ich aus

Auch ganz logisch.

now these tears are white

October 4, 2007

a night that marked a toiletpaperroll with tears 

my eyes wake up thanking jesus for coldplay

morning light shows my white bedsheet red of another one’s blood

oh lord please where is my paperroll..

welcome friends – marhaba

October 2, 2007

tonton grego, tonton guillimo, tata christallo, tata nidlita – welcome to abenteuer!

mein herz freut sich auf euch!